Software für Qualitative Integrative Text Analyse
coming soon… (Mac & Win)

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QuintexA

Mit QuintexA wird eine QDA-Software entwickelt, die in der qualitativen Forschung zur Analyse von Texten eingesetzt werden soll.

Hauptanliegen bei der Entwicklung des Programms ist es, computergestützt Texte analysieren zu können und dabei so weit als möglich den Gütekriterien der Grounded Theory Methodology (Forschung als iterativ-zyklischer Prozess von offener zu strukturierender Analyse hin) wie auch der qualitativen Sozialforschung Rechnung zu tragen. Darüber hinaus ist es ein Ziel, einerseits nahe an einer „manuellen“ Auswertung mit Stift und Papier zu bleiben, andererseits aber die sich bietenden Optionen des Computers bestmöglich zu nutzen.

QuintexA soll eine Software darstellen, die in der qualitativen Datenanalyse adäquates wissenschaftliches Arbeiten nach den Prinzipien der Grounded Theory Methodology und der qualitativen Sozialforschung durch eine völlig neue Konzeption und Herangehensweise an die computergestützte Analyse ermöglicht. 



Bisher verwendete Programme wie MAXQDA, Atlas.ti, NVivo oder ähnlich strukturierte Softwarelösungen zur Analyse qualitativer Daten sind so konstruiert, dass mittels „Codieren“ Textstellen einer thematischen bzw. „inhaltlichen“ Kategorie zugeordnet werden. Die fundamentale Forderung der qualitativen Sozialforschung lautet jedoch, dem Forschungsgegenstand mit größtmöglicher Offenheit gegenüberzutreten. Eine möglichst offene Analyse erfordert aber die Notwendigkeit, eine Textstelle erst zu analysieren und dann anhand der Analyseergebnisse eine „Kategorie“ zu bilden, die im weiteren Analyseprozess auch nochmals modifiziert werden kann. Denn in dem Moment, in dem lediglich eine Textstelle einem Code zugeordnet wird, wurde ja schon vorab eine – zumeist statische – Kategorie gebildet, die erst nachträglich mit Daten gefüllt wird, was man wohl kaum als offene Verfahrensweise bezeichnen kann. 



Darüber hinaus stellt sich bei den meisten bisher auf dem Markt befindlichen Softwarelösungen das Problem, dass nicht nachvollziehbar ist, nach welchen Kriterien eine Textstelle einem bestimmten Code zugeordnet wurde, sofern dies nicht explizit durch Memos festgehalten wird. Im Grunde genommen können bei der Anwendung dieser Software nur die Ergebnisse der Analyse qualitativer Daten dokumentiert werden, nicht aber der Prozess. Damit kann ein elementares und maßgebliches Gütekriterium der Grounded Theory Methodology nicht erfüllt werden, nämlich das der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit und Rekonstruierbarkeit.



So läuft der Forscher bislang Gefahr, wissenschaftlichen Standards nicht gerecht werden zu können, da die methodischen Anforderungen des Analyseverfahrens den technischen Gegebenheiten eines Computerprogrammes untergeordnet werden mussten.

Genau hier soll die Stärke von QuintexA liegen:
Hier soll ein Programm erstellt werden, bei dem sich nicht die Analysemethode der Software unterwerfen muss, sondern der Anwender die Möglichkeiten des Computers methodenangepasst nutzen kann. Damit soll sich QuintexA grundlegend von anderen QDA-Softwarelösungen unterscheiden.

QuintexA wird auf dem integrativen Basisverfahren aufgebaut werden, einer sequenzanalytischen, texthermeneutischen Methode zur rekonstruktiven Analyse von Texten, das in dieser Art maßgeblich von Cornelia Helfferich und Jan Kruse konzeptualisiert worden ist (vgl. Helfferich/Kruse (2007); Kruse, Jan (2011, Oktober): Reader „Einführung in die Qualitative Interviewforschung“, Freiburg. Bezug über: www.qualitative-workshops.de; Kruse/Biesel/Schmieder 2011). Dieses Verfahren orientiert sich stark an der dokumentarischen Interpretation nach Karl Mannheim und der ethnomethodologischen Konversationsanalyse nach Harold Garfinkel.

In der geplanten Vorgehensweise liegt ein entscheidender Unterschied zur Handhabung der Daten mit einem Programm wie beispielsweise MAXQDA: Während hier die ausgewählten Textpassagen in den „Schubladen“ eines „hierarchischen Kategoriensystems“ (www.maxqda.de/download/manuals/MAX10_intro_ger.pdf) verschwinden, sollen in QuintexA Textstellen, Feinanalyse und sich daraus ergebende Kategorien sichtbar bleiben und in keinem wertenden Verhältnis zueinander (was übrigens auch wieder der größtmöglichen Offenheit gegenüber dem Forschungsgegenstand widersprechen würde) stehen.

Nach Abschluss der Feinanalyse eines Segmentes soll es möglich sein, zentrale Erkenntnisse textlich zu erfassen, um diese schließlich in einem letzten Schritt der Reduktion als Konzepte zu benennen.

Zudem sollen die Ergebnisse aus einer Gruppenanalyse textstellengebunden dokumentiert werden können. Alle Analyseschritte sollen wahlweise hinzugefügt oder entfernt werden können, so dass eine sehr variable, an die Bedürfnisse des Anwenders angepasste Oberfläche entsteht. Darüberhinaus wird es möglich sein, Fragen, Erkenntnisse oder segmentübergreifende Folgerungen in Memos festzuhalten.

Der grundlegende Kontrast zwischen QuintexA und anderen QDA-Programmen liegt darin, dass hier der Vorgang des Codierens, also das Belegen von Deutungen mit Textstellen, nicht am Anfang des Analyseprozesses steht, sondern am Ende. Dies hat zur Folge, dass ausgehend von den Textdaten eigentlich die Analyse codiert wird und somit letztlich die Analyse als Nachweis einer Interpretation dient. So wird das „Codieren“ wieder zu dem Vorgang wie er ursprünglich in der Grounded Theory Methodology angedacht war: „Es handelt sich also nicht um eine einfache Subsumtion der Daten unter vorhandene Kategorien wie im Prozess des in der standardisierten Forschung üblichen Codierens, vielmehr werden die Kategorien oder Codes erst im Verlauf des Codierprozesses gebildet und im Fortgang der Auswertung sukzessive erweitert und verfeinert.“ (ILMES - Internet-Lexikon der Methoden der empirischen Sozialforschung: http://www.lrz.de/~wlm/ilm_c14.htm)